Stichworte: Insolvenz | Insolvenzstatistik
Creditreform hat die Studie Insolvenzen in Europa 2008-09 veröffentlicht und wieder mischt Österreich bei der Insolvenzrate im Spitzenfeld mit. Nich berücksichtigt wurden in dieser Liste osteuropäische Staaten.
Die Insolvenzrate misst, wie viele Insolvenzen pro 10.000 Unternehmen verzeichnet werden. Bereits seit Jahren ist Luxemburg Spitzenreiter, zuletzt schlugen 233 Insolvenzen auf 10.000 Unternehmen zu Buche. Knapp dahinter rangiert Österreich auf Platz 2 mit 224 Insolvenzen pro 10.000 Unternehmen. Ganz vorne dabei ist auch Frankreich, das 215 Insolvenzen pro 10.000 Unternehmen hinnehmen musste.
Dahinter ist quasi das Mittelfeld zu finden, allerdings mit deutlichem Abstand. Dänemark hält mit 145 Insolvenzen pro 10.000 Unternehmen den 4. Platz. Die skandinavischen Staaten und die Benelux-Staaten bewegen sich durchgehend im Bereich zwischen 100 - 145 Insolvenzen. Unser Nachbarland Deutschland liegt mit 96 Insolvenzen pro 10.000 Unternehmen deutlich besser als Österreich.
Die geringsten Insolvenzraten mit jeweils ca. einer Handvoll an Insolvenzen pro 10.000 Unternehmen haben südeuropäische Länder wie Spanien, Griechenland und Italien. In diesen Ländern führt das teilweise noch gering entwickelte Insolvenzrecht dazu, dass viele Unternehmen erst gar nicht in der Statistik aufscheinen.
Im Umkehrschluss wird häufig argumentiert, dass Österreichs hohe Insolvenzrate mit dem gut entwickelten Rechtssystem zusammenhänge. Ob sich alleine dadurch der große Abstand beispielsweise zu den skandinavischen Staaten, zu den Benelux-Staaten oder auch zu Großbritannien erklären lässt, darf zumindest hinterfragt werden.
Quelle: Insolvenzen in Europar 2008-09, Creditreform
Online seit: 16.03.2009

