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In der Gründungsphase wird häufig der Grundstein für spätere Probleme gelegt. Eine kurze Übersicht über häufige Fehler bei Unternehmensgründungen.
Viele Unternehmen scheitern, weil bereits in der Gründungsphase falsche Entscheidungen getroffen wurden - oder noch häufiger: Entscheidungen nicht getroffen wurden. Die folgende Liste zeigt zehn typische Fehler in der Gründungsphase. Schon einer der Fehler kann Ihr Vorhaben ernsthaft gefährden.
Träume sind vage, Ziele müssen konkret sein. Träumen Sie ruhig, aber formulieren Sie Ihre Ziele so, dass in weitere Folge eine Überprüfung möglich ist. Nur dann können Sie Korrekturen durchführen. Formulieren Sie einen möglichst genauen Zeit- und Ablaufplan: Wann sollen welche Ziele erreicht sein? Wann wieviele potentielle Kunden angesprochen, wann wieviele Abschlüsse gemacht, wann welcher Umsatz erreicht werden?
Die Begeisterung über die eigene Idee verleitet dazu, den Bedarf nicht genau zu überprüfen. Nach dem Motto: Wenn das Angebot einmal am Markt ist, wird es schon angenommen werden. Wenn ich mich reinhänge, wird es funktionieren. Ja, wird es. Aber nur, wenn ausreichend viele Menschen oder Unternehmen Ihr Produkt oder Ihre Dienstleistung auch wirklich brauchen können.
Schön, wenn Sie Experte in Ihrem Fachgebiet sind. Aber ein Unternehmen aufzubauen braucht mehr: Durchhaltevermögen, Verhandlungsgeschick, Kommunikationsfähigkeit, Fähigkeit zur Selbstorganisation und vor allem auch die Fähigkeit, mit Rückschlägen umgehen zu können.
Ein Gründer ist in Wahrheit Mädchen für Alles, heute heisst das wohl: Multitaskingfähig. Sie sind Ihr eigener Arbeitgeber und Angestellter gleichzeitig. Sie sind Ihre eigene Personalabteilung, Verkaufsabteilung, Rechtsabteilung, Finanzabteilung, ...
Meist machen sich Menschen in einem Tätigkeitsfeld selbständig, in dem Sie Erfahrung haben. Sie verwenden dann Ihre gesamte Energie, um dieses Produkt bis zur Perfektion weiter zu entwickeln. Die Frage, was Kunden wirklich brauchen und sich auch leisten können, tritt in den Hintergrund.
Marketing wird häufig mit Werbung gleichgesetzt. Fragen der Produkt-, Preis- und Distributionspolitik werden nur am Rande berücksichtigt. Die wesentliche Frage, wie das Angebot im Kontext der bereits vorhandenen Angebote positioniert werden soll, wird häufig vernachlässigt. Warum sollten Menschen oder Unternehmen gerade Ihr Produkt wählen? Was ist daran so anders als die Angebote der Konkurrenz?
Immer wieder versuchen Gründer Ihren Wettbewerbsvorteil auf einen Preisvorteil zu gründen. Mehr Leistung zum gleichen Preis. 24 Stunden 7 Tage in der Woche verfügbar, Familienmitglieder, die zu einem Spottpreis mitarbeiten. Wie lange können Sie das durchhalten? Was machen Sie, wenn Ihr Partner plötzlich nicht mehr das Sekretariat betreut?
Im Normalfall vergehen einige Monate, bis die ersten Kunden an Land gezogen sind und noch länger, bis das erste Geld fließt. Finanzierungspläne sind oft viel zu optimistisch angesetzt. Die eigenen Reserven und der mit der Bank ausverhandelte Rahmen sind frühzeitig ausgeschöpft.
Es werden keine Überlegungen angestellt, welche Faktoren das Konzept gefährden könnten. Es wird nur der Erfolgsfall durchgespielt. Für den Fall, dass das Konzept nicht aufgeht, gibt es gibt keine Entscheidungsgrundlagen.
Wann ist der Moment, an dem Sie wissen, dass Sie das Selbständigenprojekt zumindest vorläufig abbrechen müssen? Welche finanziellen Reserven behalten Sie als Sicherheit für Ihre eigene weitere Existenz auf der hohen Kante? Welche berufliche Optionen haben Sie bei einem eventuellen Fehlschlag?
Besonders im Dienstleistungsbereich starten viele Gründer mit eigenen finanziellen Mitteln oder mit solchen aus der Familie. Hier ist die Gefahr besonders groß, dass es gar keinen ausformulierten Businessplan gibt oder dieser nur aus ein paar Notizzetteln besteht.
Auch wenn Sie nicht um Förderungen ansuchen oder bei der Bank um einen Kredit vorsprechen: Formulieren Sie Ihre Ziele, Ihren Aktionsplan und die Risikofaktoren schriftlich als ob Sie das Konzept jemandem vorlegen müssten! Überlegen Sie: Wenn Sie eine Bank wären: würden Sie dafür Ihr Geld riskieren?
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