Stichworte: Arbeitslosigkeit | Sozialhilfe | Statistiken
In seinem jüngsten Monatsbericht beschäftigt sich das Wirtschaftsforschungsinstitut (WIFO) mit der Entwicklung der Arbeitslosigkeit in Österreich seit 1990. Die wesentlichsten Befunde:
Der Anstieg der Arbeitslosigkeit betrifft besonders jüngere und ältere Arbeitskräfte. Jugendlichen fehlen zunehmend Eintrittsmöglichkeiten in den Arbeitsmarkt, vor allem im Produktionsbereich wurden in den 90er Jahren ältere Arbeitskräfte stark abgebaut.
Bis 2000 waren noch überwiegend Personen mit geringer bis mittlerer formaler Qualifikation von Arbeitslosigkeit betroffen. Inzwischen hat die Arbeitslosigkeit auch besser Qualifizierte eingeholt: der steigende Wettbewerbsdruck und das geringere Wachstum im Dienstleistungsbereich zeigen Wirkung.
Nicht nur die Verweildauer in der Arbeitslosigkeit ist gestiegen, auch die Beschäftigungsfluktuation nahm in den 90er Jahren deutlich zu. Diese Entwicklung erreichte 1996/97 ihren Höhepunkt: Damals wurden im Vergleich zum Vorjahr um ca 12% mehr Beschäftigungsverhältnisse beendet und ebenfalls 12% mehr neue aufgenommen.
Im Jahr 2003 erreichten dieTeilzeitbeschäftigungen einen Anteil von 18,5% an der Gesamtbeschäftigung. Für niedrig entlohnte und sogenannte prekäre Beschäftigungen fehlt weitgehend eine soziale Absicherung. Dadurch bleibt für immer mehr Personen die Sozialhilfe als letztes Auffangnetz.
Insbesondere der private Konsum kommt nach wir vor nicht in Fahrt. Für 2005 rechnet das WIFO im Vergleich zum Vorjahr mit einer Wachstumsverlangsamung: Ein Wirtschaftswachstum von 2,2% konnte noch für 2004 verzeichnet werden, 2005 werden es voraussichtlich nur mehr 1,8% sein - flaue Aussichten (nicht nur) für den Arbeitsmarkt.
Quelle: Österreichisches Institut für Wirtschaftsforschung (WIFO)
Online seit: 25.07.2005

