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Wir hatten zwar tolle Umsätze, allerdings hatten wir wenige große Kunden, das war fatal. Aus heutiger Sicht war es ein ungenügendes Risikomanagement. Der Umsatz hat sich auf zu wenige Kunden verteilt, die Risikoverteilung war praktisch Null.
Wir hatten eigentlich sehr sparsam begonnen, mit einem Büro in der Wohnung. Und dann haben wir zuerst aus dem Cash-flow heraus aufgebaut. Das war eigentlich ideal. Das wurde dann schon sehr rasch immer größer und mehr. Wir haben dann Büros gebraucht, Personal beschäftigt und neue Geschäftsbereiche dazugenommen. Damit konnten wir Komplettlösungen anbieten und so wie wir es angeboten haben, das hat voll eingeschlagen. In der Spitzenphase hatten wir dann neun fix beschäftigte Mitarbeiter und noch einmal so viele freie Mitarbeiter.
Obwohl es für mich immer ein Unternehmen war, haben wir die neuen Geschäftsbereiche in eigenen GmbHs untergebracht. Das war schon als Absicherung gedacht. Falls es einem Bereich einmal schlecht geht, dann sollte er nicht die anderen in Mitleidenschaft ziehen. Außerdem hatte ich schon auch erwartet, dass nun langsam mein Lebensgefährte auch offiziell in die Geschäftsführung einsteigen würde. Aber dazu ist es wieder nicht gekommen. Wir hatten dann schon ziemlich hohe Investitionskosten und die ganzen Bürgschaften bei der Bank sind dann natürlich über mich gelaufen. Und weil ja eigentlich eh alles zusammengehörte hatten alle GmbHs auch gleich die selbe Hausbank. Als dann die Krise voll ausgebrochen ist, hat sich das bitter gerächt.
Ich war es dann leid, dass mein Lebensgefährte sich noch immer nicht wirklich zu mir bekannte. Zuerst dachte ich, seine Familie braucht halt noch ein bisschen Zeit. Wir lebten zusammen, wir führten seit zwei Jahren ein Unternehmen zusammen und dort war ich noch immer nicht existent. Dann hatte er noch eine Affäre, das hat die Stimmung zwischen uns auch nicht wirklich verbessert. Also hab ich mich von ihm getrennt.
Kap. 1: Von der Beziehungskrise in die Existenzkrise
Kap. 2: Hohe Umsätze, wenige Kunden
Kap. 3: Beziehungsende und erste Konflikte mit Kunden
Kap. 4: Der zweite große Kunde will überraschend abspringen
Kap. 5: Game over - zu pleite für den Konkurs?
Kap. 6: Schadensbegrenzung zum Teil gelungen
Online seit: 22.02.2006


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