Leben mit der Krise
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Alles auf eine Karte gesetzt

>> Ein Freund - der rettende Strohhalm?

Herberts Bruder war wieder einsatzfähig, sie teilten sich auch weiterhin das Büro. Aber der Erfolg ließ schon lange auf sich warten - sie waren daher froh, als sie ein offensichtli

Stichworte: Branchen: EDV, IKT | Controlling | Erfahrungsberichte | Familienbetrieb | Teamgründung

Die Krise selbst hat sich eigentlich nicht aufgebaut, das Ganze hat mit einem hohen Druck begonnen, und der hat nie nachgelassen. in unserer Geschäftsentwicklung haben wi eigentlich nie wirklich Luft gehabt. Das ist nie zum Stillstand gekommen, also es hat nie den Moment gegeben wo du gesagt hättest, jetzt funktioniert es und jetzt kannst ein bißl genießen, das haben wir nie gehabt. Ich hab es nicht als Krise empfunden, sondern als permanenten Kampf.

Und dann sind so Dinge passiert wie der Robert, ein echter Rohrkrepierer. Das ist entstanden über einen Bekannten, da hat es dann keine formellen Strukturen gegeben, das war einfach persönlich. Ich hatte damals schon meine eigene Firma, er hat bei mir Waren gekauft, die er nie bezahlt hat. Bei mir ist innerhalb von drei Monaten ein Schaden von 180.000 Schilling entstanden.

Und viel Zeit. Er war viel da und da ist immer von tollen Projekten geredet worden. Als es dann wirklich zu laufen angefangen hat und die Ware draussen war, war er auch verschwunden. Meinen Bruder hat er genauso im Regen stehen gelassen. Der hat Software geschrieben und Robert hat sie ausgeliefert, abkassiert, aber das Geld nie abgeliefert. Meinen Bruder hat er sicher sechs Monate blockiert, der hat gearbeitet für nichts, aber du musst leben in der Zeit.

Er hat Dutzende Leute betrogen, das wissen wir inzwischen, also wir sind einem "Professionellen" aufgesessen. Wir haben uns von ihm einen neuen Kundenstamm erwartet, es war ja damals alles schon eng und dann klammerst du dich an jeden Strohhalm. Im Endeffekt waren wir genauso blöd wie Leute die zu einem Kredithai gehen und glauben, mit dem Kredit können sie sich noch retten. Aber das sieht man erst im Nachhinein.

Gefunden hab ich ihn dann schon noch, aber bei ihm war nichts zu holen. Ich hab dann noch einen Rechtsanwalt eingeschaltet, ich hätte ihn klagen müssen, dafür hab ich das Geld gar nicht mehr gehabt.

Weiterlesen:

Kap. 1: Alles auf eine Karte gesetzt

Kap. 2: Ein kranker Bruder

Kap. 3: ... und dann setzte ich alles auf eine Karte

Kap. 4: Ein Freund - der rettende Strohhalm?

Kap. 5: Der erste Schritt zurück in den Arbeitsmarkt

Kap. 6: Was kommt zuerst - das Produkt oder die Verwaltung?

Kap. 7: Mut zur Ehrlichkeit

Online seit: 28.07.2003

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